:POWEREDBY_ Broken_Puppet:

 

(Für Michael)

Des nachts fiel ein Engel einst auf die Erde
Sich eine zu wählen aus Gottes Herde
Eine der Ärmsten; so stumm und verlassen
Von andren verlacht, von allen zu hassen

So schien es dem Kinde, das so allein
Sein Leben gefristet im Unglück daheim.
Als sie fand die Liebe nach so langer Zeit
War es ein End mit Sehnen und Einsamkeit

Sie trafen sich so, als wären sie sich
Nie fremd gewesen und ganz sicherlich
War es die größte Liebe für beide
Bisher nie gefühlt am eignen Leibe

Die Zeit flog vorbei, das Glück aber blieb
Bis sich ein andrer ins Mädchen verliebt'
Er musste sie haben, versuchte sehr viel
Vernichtung des Segens, sein einziges Ziel

Durchschaut hat sie es leider nicht
Wie er die Herzen bricht und zersticht
Durch Gaben und Flehen gab sie ihm nach
Kurz sollt' es währen und nie mehr danach

Der Entschluss, er war sofort bereut
Er sieht ihr Zögern, wie sehr sie ihn scheut
Naiv war's gewesen es gab kein zurück
Und dieser Fehler brach fast ihr Genick

Gleich noch danach ließ er sie fallen
Ging ohne Worte, doch wie von Krallen
Schneidet ein Schmerz ihre Brust
Zu wissen, dass alles verloren sein muss

Nach Haus kam sie erst am nächsten Morgen
Er zügelt den Zorn, erkennt ihre Sorgen
Fragt wo sie gewesen, was ihr gescheh'n
Kann doch die Wunde im Herzen nicht seh'n.

Tränen und Stille beherrschten den Tag
Obwohl sie ihm noch das Leid klagen mag
War eigene Schuld - ein Schritt nur zu weit
Der Anfang zu Sehnen und Einsamkeit

Kein Traum wollt sie fangen in dieser Nacht
Sie hat sie mit ihren Ängsten verbracht
Fasst einen Entschluss um nicht zu vergehn
Lässt ihren Engel nur mit einem Briefe steh'n

Diesen las er voll Kummer, ward tief verletzt
Sucht sie überall - am Bahnsteig zuletzt
Die Zeit war mit ihm, er sah sie noch warten
Spürt durch den Schmerz das Herz ihm erharten

Sie wirft einen Blick zurück zu den Hallen
Die Schienen erbebten und er lässt sich fallen
Mit einem Lächeln so voller Vergeben
Endet umsonst solch ein gütiges Leben

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An manch einem trieb eine Feder vorbei
Sie sahen ein Mädchen stehet dabei
Sammelt sie alle, benetzt sie mit Tränen
Um sich durch das Vergangne zu grämen

Und man sieht sie dort sitzen
An Scherben sich ritzen
Kein Mensch vernahm je
Ihr Schreien und Rufen
Stumm und erkaltet
Seit so vielen Jahren
Dort auf diesen Stufen

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